10. September 2020

Quo vadis Events? Welche Trends Unternehmen 2021 berücksichtigen sollten

Sebastian Wiese: Managing Partner und Event-Experte bei follow red

Stuttgart, 10. September 2020. Die Eventbranche steckt mitten im Umbruch: 2020 wurden nicht nur ein Großteil der Veranstaltungen abgesagt, sondern auch eine Vielzahl neuer Eventformate geschaffen und alte Strukturen neu überdacht. Doch wie sieht die Zukunft der B2B- und B2C-Events aus: „Back to normal“ oder doch eher hin zu einem „New normal“? Im Interview erklärt Sebastian Wiese, Geschäftsführender Gesellschafter und Eventexperte bei follow red, welche Eventtrends B2B- sowie B2C-Unternehmen für 2021 berücksichtigen sollten und welche Vorteile diese neuen Formate bieten.

 

Mit Blick auf 30 Jahre Eventerfahrung: Wie sehen ganz klassische B2B-Formate aus und warum sind sie so beliebt?

 

Sebastian Wiese: „B2B-Eventformate sind in der Regel vertrieblich „getrieben“ und verbinden Kunden und Händler mit dem Vertrieb. Dabei stehen zu 50 Prozent die Informationsvermittlung im Vordergrund, aber zu 50 Prozent auch die Incentivierung der Kunden mithilfe von beispielsweise Impulsvorträgen und Entertainment oder auch einem besonderen Ambiente und Catering. Wichtige Anlässe für B2B-Events sind auch die Side-Events bei den Messen. Sie dienen als bedeutende Branchentreffs.

 

Covid-19 führte nun dazu, diese klassischen Formate zu hinterfragen und auch Messen generell in Frage zu stellen bzw. neue Formate zu erdenken und auszuprobieren. Das könnte langfristig dazu führen, dass Projekte und damit verbundene Budgets in neuere, innovativere, digitalere Formate investiert werden. Das zeigt sich bei uns bereits durch die große Nachfrage nach rein digitalen oder hybriden Eventlösungen.“

 

Was könnten zeitgemäße B2B-Formate für 2021 sein?

 

Sebastian Wiese: „Roadshows sind beispielsweise eine Möglichkeit, um Kunden bzw. Zielgruppen auf eine andere und differenziertere Weise anzusprechen. Roadshows haben das Potenzial, ein breiteres Personenspektrum der Kunden im Vergleich zu einer Messe anzusprechen. Auf Messen werden nur ausgewählte Delegationen entsendet. Roadshows hingegen eröffnen die Chance, die Kunden umfassender, differenzierter und gezielter anzusprechen. Dazu gehört auch eine leichtere und direktere Ansprache, z. B. des C-Levels, der R&D-Abteilungen oder auch des Procurements. Warum? Weil die Aktion direkt vor den Werkstoren stattfindet und jeder Besucher nur einen Bruchteil der Zeit eines Messebesuchs aufwenden muss. Richtig konzipiert und gut geplant kann eine B2B-Roadshow so zu einer sehr effizienten Möglichkeit werden, wichtige Kontakte mit wenig Organisationsaufwand und hoher Planungssicherheit zu erreichen.“

 

Welche anderen Trends und Veränderungen erwarten uns im Bereich der B2B-Events für das Jahr 2021?

 

Sebastian Wiese: „Durch Covid-19 sind natürlich auch digitale Möglichkeiten stärker in den Fokus gerückt und prominenter geworden. Diese vermitteln alles, was bei einem B2B-Event gezeigt wird, über eine digitale Plattform. Es gilt aber zu beachten: Die persönliche Begegnung, das Gespräch, der direkte Austausch, die Mimik, die Gestik, die Berührung – all das wird abgeschwächt bzw. entfällt. Die Wirkung wird somit reduziert. Langfristig werden aus der Vielzahl von Möglichkeiten Event-Mischformen entstehen, die die Vorteile der digitalen Welt mit dem Live-Erlebnis verbinden. Das Messegeschäft wird langfristig weniger werden, digitale Derivate werden zunehmen. Covid-19 hat diese Entwicklung sicher beschleunigt.“

 

Welcher Mehrwert bietet sich durch diese neuen Event-Formate für Unternehmen?

 

Sebastian Wiese: „Durch die neuen B2B-Formate lassen sich zum einen Kosten wie Reise- und Übernachtungskosten sowie Organisations- und Personalaufwand einsparen. Klug konzipiertes Content-Management über Video- und Audioformate und Infografiken sowie richtig eingesetzte Interaktionsmöglichkeiten zwischen dem Unternehmen und der Zielgruppe eröffnen zusätzliche Möglichkeiten für eine qualifiziertere Informationsübermittlung.“

 

Auch im B2C-Bereich musste die Eventbranche 2020 auf neue Gegebenheiten reagieren. Welche Herausforderungen und Möglichkeiten bietet 2021 für B2C-Events?

 

Sebastian Wiese: „Die erste Herausforderung in nächster Zeit wird darin bestehen, die Hygienevorschriften auch bei größeren Live-Events umzusetzen, um damit Veranstaltungen und Kulturleben wieder möglich zu machen. Das ist natürlich der Wunsch der gesamten Eventbranche, der Künstler und auch der Fans. Es ist nicht erklärbar, warum es Fußballspiele mit Publikum wieder geben soll, aber Live-Events weiter verboten bleiben sollen.

 

Abgesehen davon werden auch im B2C-Bereich Roadshows weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Mit promotionalen Elementen einer Roadshow – selbstverständlich unter Einhaltung der Abstandsregeln – können Probierkontakte erzeugt werden und Marken in eine intensive Interaktion mit der Zielgruppe treten. Dazu kommt, dass die Flexibilität und Variabilität von Roadshows gerade in diesen Zeiten ein großer Vorteil ist: So kann beispielsweise das Budget oder die Teilnehmerzahl flexibel skaliert werden und das Event damit der jeweiligen Situation angepasst – und beispielsweise den Corona-Regeln entsprechend – umgesetzt werden. Diese Planbarkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit, kombiniert mit den zielgruppengenauen Kontaktmöglichkeiten, stellen die wichtigsten Vorteile einer B2C-Roadshow dar.“

 

Auch Pop-up-Stores gehören für viele zu den Eventtrends 2021. Wie können Unternehmen von diesen temporären Ladenflächen profitieren und was ist wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung?

 

Sebastian Wiese: „Covid-19 hat dem Einzelhandel massiv zugesetzt. In den Innenstädten und Shoppingmalls werden Ladenflächen frei werden. Das können Unternehmen als Chance nutzen, um sich dort mit einem Pop-up-Store zu platzieren. Dafür brauchen Unternehmen zunächst flexible und skalierbar einsetzbare Tools sowie ein passendes Sortiment und qualifiziertes Personal. Darüber hinaus darf aber auch eine gute und zielgruppengenaue Kommunikation nicht fehlen, die die Zielgruppe über den Pop-up-Store informiert und dessen Mehrwert vermittelt. So können Anbieter den Abverkauf ihrer Produkte forcieren und gleichzeitig die Marke pushen, indem man Shopping mit einer Erlebniskomponente verbindet.“

 

Sie planen gerade eine Veranstaltung und möchten mehr erfahren über zeitgemäße B2B- und B2C-Eventformate? Dann freut sich Sebastian Wiese über Ihre E-Mail an sebastian.wiese@followred.com oder einen Anruf unter +49 (0)711 90140-23.

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